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Gelungene Netzwerkarbeit – BIWAQ Projekt #hotspot ARBEITsPLATTE

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Neues Anerkennungsverfahren für das Schneiderhandwerk.

Das Projekt #Hotspot ARBEITsPLATTE ist ein Netzwerkprojekt, das in den Quartieren Neustadts und der Silberhöhe in Halle verortet ist. Die Stadt Halle (Saale) bringt gemeinsam mit der AWO SPI, der Freiwilligenagentur und dem Halle-Neustadt Verein ein etabliertes Grundkonzept aus Beratung, Talentsuche, Alltagsangeboten und ehrenamtlicher Begleitung näher an die Menschen in den Quartieren. Dabei gelingt es uns im Team seit vielen Jahren erfolgreich Einwohnerinnen und Einwohner in Ausbildung oder Arbeit zu begleiten.

Im Projekt stellte sich die Kernfrage, wie können Maßschneider ohne eine in Deutschland anerkannte Qualifizierung mit langjährigen Berufserfahrungen unterstützt werden, um einen beruflichen Einstieg in ein sinngebendes Arbeitsleben als Angestellte oder als Selbstständige zu starten?

Die Schneidernden bringen mehrjährige Berufspraxis, Erfahrungen in eigenen Werkstätten und der Verantwortung für Angestellte mit. Anders als in Deutschland wurde ihr handwerkliches Können über Generationen im Familienbetrieb erworben, ohne Zeugnisse.

Durch eine neue Kooperation zwischen HWK, zwei selbstständigen Designerinnen und dem BIWAQ-Projekt gelang es, die scheinbar unüberwindliche Herausforderung zu meistern!

Dies funktionierte durch intensives Ineinandergreifen unterschiedlicher Beratungsexpertisen, die den Prozess begleiteten. Vom ersten Kontakt mit Schneider*innen im März 2020, als sie sich freiwillig beim Nähen von Alltagsmasken engagierten bis zur Kenntnisprüfung des ersten Schneiders im Februar 2021 vergingen viele Stunden mit komplexen Arbeitsschritten, die gut verwoben werden wollten.

Mit Hilfe von Übersetzungen, selbst erstellten Bild-Wort-Dokumenten für die Fachsprache, praktischen Tests durch die Begleitung des Atelier Skrabak (selbstständige Modedesignerin mit Erfahrung in der Auslandstätigkeit) konnte in Zusammenarbeit mit dem bundesweiten Projekt VALIKOM-Transfer der halleschen Handwerkskammer eine Grundlage geschaffen werden, die die Vermittlung zwischen den Kulturen erleichtert. Im Ergebnis steht die Erweiterung eines Anerkennungsverfahrens für Migranten im Schneiderhandwerk, das begabten Menschen den Zugang in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglicht. 

Zwei Schneider haben das Validierungsverfahren erfolgreich durchlaufen. Einer der beiden nimmt zurzeit an einem Existenzgründerkurs teil und strebt die Selbstständigkeit als Maßschneider an. Damit wurde ein wichtiger Meilenstein in der praktischen Anerkennung von Fähigkeiten zugewanderter Menschen gelegt.

Das Projekt „#hotspot ARBEITsPLATTE“ wird im Rahmen des ESF-Bundesprogramms „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ“ durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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